Kahlschlag im Wäldchen in Dürscheid – SPD fordert Umdenken in Großflächen-Bebauungsplänen

Der Schrecken und die Aufregung der Nachbarn und dann der Dürscheider war groß am Mittwoch! Ein Holzvollernter (Englisch: Harvester) begann den Kahlschlag des Buchenwaldes Am Wäldchen in Dürscheid. Der Nachbar und SPD Fraktionsvorsitzende Jürgen Schmidt richtete umgehend eine Anfrage an den Bürgermeister Heider, welcher erklärte, darüber nicht unterrichtet worden zu sein.

Fazit: Der ortsprägende Wald als Einfahrtstor nach Dürscheid am Ende der Dürscheider Kurven wird komplett gefällt. Die SPD Fraktion fragt nach den Gründen und vor allem, was kommt danach?

Zur Versachlichung die Faktenlage

Der SPD Fraktionsvorsitzende Jürgen Schmidt, der IG Vorsitzende Karl-Heinz Burgmer wie auch andere Dürscheider sprachen mit dem Revierförster Raik Gröning, welcher die Baumfällungen wie folgt erklärt:

  • Die Waldbesitzerin ist für die Verkehrssicherung zuständig, und 60 % der Buchen sind krank und können unkontrolliert umstürzen.
  • Die Fällung ist legal und unanfechtbar.
  • Seit zwei Jahren ist die Baumfällung unter Beratung durch ihn in Überlegung. Er hat die Gemeindeverwaltung am 4.11. informiert, dass die Fällung nun durchgeführt wird.
  • Einige der Buchen sind bis zu 150 Jahre alt und müssten aufgrund des Alters jetzt oder in naher Zukunft gefällt werden.
  • Einzelne gesunde Bäume können nicht erhalten werden, da die Windlast für die verbleibenden Buchen nicht verkraftbar ist und diese dann unkontrolliert umstürzen könnten.
  • Es handelt sich um einen kleinflächigen Wirtschaftswald unter 2 ha, der ohne Genehmigungen, auch bei gesundem Bestand, gefällt werden darf.
  • Es besteht eine Aufforstungspflicht innerhalb von zwei Jahren, es sei denn, die Fläche wird umgewidmet, z.B. als Bebauungsfläche.
  • Die benachbarten Wiesenflächen Auf den Schladen (Volksmund: Buchholzwiesen) sind seit etwa zwei Jahren in der Diskussion, anfänglich als Supermarktstandort und jetzt als Wohnbaufläche für über 60 Wohneinheiten und Standort für ein Feuerwehrhaus.
  • Bis auf das Feuerwehrhaus widerspricht diese großflächige Nutzung dem Leitbild 2030.

Die SPD Fraktion fordert:

  • die sachliche Information der Bürgerinnen und Bürger durch die Verwaltung, um die emotionale, hohe Wellen schlagende Diskussion in den sozialen Medien zu beenden.
  • die Beendigung der Strategie der großflächigen Bebauung unserer erhaltenswerten Landschaft
  • Beteiligung der IG Dürscheid und der Bürgerinnen und Bürger bei der künftigen Nutzung und Einbettung in die Ortsgestaltung als Park- und Erholungsfläche
  • dazu die Förderung der Wiederaufforstung der Fläche durch eine langfristige gemeindliche Nutzungsvereinbarung mit der Besitzerin oder Kauf der Fläche durch die Gemeinde.

„Die Wiederentstehung als kleiner Waldpark oder Bürgerwald mit Gehweg und Bänken halten wir für gut und richtig, wobei die IG Dürscheid mit den Bürgerinnen und Bürgern und Baumspenden dazu beitragen könnten. So könnte mit geringem Aufwand und zum Nutzen aller unsere Landschaft und Natur erhalten werden. “ so Jürgen Schmidt und Gerhard von Werthern, Sachkundiger Bürger der SPD in Kürten.